Bernd Günther
Anmeldungsdatum: 16.12.2006 Beiträge: 5 Wohnort: Isernhagen

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Verfasst am: 28 Apr 2007 8:47 Titel: Archäologen graben Römerlager aus |
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Quelle: Hannoversche Allgemeine Zeitung (28.04.2007)
2000 Jahre alter Dolch bei Göttingen entdeckt
Hedemünden (lni/nied). Archäologen haben in Südniedersachsen zwei kleine Römerlager entdeckt und unter anderem einen etwa 2000 Jahre alten Legionärsdolch ausgegraben. Die Anlagen waren vermutlich Außenposten eines vor wenigen Jahren bei Hedemünden entdeckten Feldlagers. Die Grabungsstelle gilt als größte und am besten erhaltene Römerlager in Deutschland aus der Zeit des Kaisers Augustus (27 vor Christus bis 14 nach Christus). Die insgesamt rund 25 Hektar große Anlage bot Platz für Tausende von Legionären.
Der eiserne Legionärsdolch lag in rund 40 Zentimetern Tiefe auf einem ebenfalls jetzt entdeckten Marschweg der römischen Soldaten im Kaufunger Wald, wenige Kilometer von der Werra entfernt. Die Waffe hat die etwa 2000 Jahre im Erdreich fast unbeschädigt überstanden. Bei dem 29 Zentimeter langen Dolch handele sich um eine „typische Waffe der römischen Legionäre“, sagte der Göttinger Kreisarchäologe Klaus Grote am Freitag. „Sie wurde in einer Scheide am Gürtel getragen.“ Einen vergleichbaren Fund habe es in Niedersachsen bisher noch nie gegeben. In der Nähe des Dolches fanden sich auch eiserne Beschlagnägel von Legionärssandalen.
Grote geht inzwischen davon aus, dass die Römer im heutigen Südniedersachsen ein gut ausgebautes Wegesystem mit zahlreichen befestigten Posten hatten. Er rechne damit, dass die Spuren weiterer kleiner Lager entdeckt werden. Das Gebiet des heutigen Landkreises Göttingen war für den römischen Feldherrn Drusus die Ausgangsbasis für seine Eroberungsfeldzüge Richtung Elbe.
Auch auf dem Areal des großen Feldlagers seien in jüngster Zeit weitere bedeutsame Metallfunde gemacht worden, berichtete der Archäologe. Im vergangenen Jahr wurden auf dem Gelände die Grundrisse zweier 1300 und 1600 Quadratmeter großer Fachwerkbauten entdeckt. Das eine Gebäude diente vermutlich repräsentativen Zwecken, in dem anderen war die Verwaltung untergebracht. Die wissenschaftliche Erforschung des Areals wird voraussichtlich noch mehrere Jahrzehnte dauern.
Führungen durch das frühere Lager organisiert die Tourist-Information Hann. Münden, Tel. (0 55 41) 7 53 13. |
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